Zuwachsraten von Geflüchteten verringern sich aktuell

Großer Sitzungssaal

Der Zuzug von Geflüchteten in den Landkreis Miltenberg hält weiter an, die Zuwachsraten sind aber geringer. Weniger wöchentlich Zuweisungen seit Dezember 2024 entspannten die Situation im Sozialamt derzeit, erklärte Simone Greulich vom Sozialamt in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Soziales am Dienstag, 11. März.

Zum Stichtag 24. Februar 2025 befanden sich 2.233 Personen in Asylunterkünften, 266 mehr als am 18. März 2024. Hauptherkunftsland bleibt Afghanistan (1040, 91 mehr als im Vorjahr), es folgt die Ukraine (393, + 77), danach Somalia. Die Zahl der Geflüchteten aus diesem Land, das von einem jahrelangen, brutalen Bürgerkrieg gekennzeichnet ist, hat sich von 138 im März 2024 auf aktuell 301 mehr als verdoppelt. Laut dem Ausländeramt befinden sich aktuell 4.579 Flüchtlinge im Landkreis Miltenberg. Davon sind 1.182 Asylsuchende, 769 anerkannte Flüchtlinge, 616 mit Abschiebeverbot, 1.536 genießen vorübergehenden Schutz (Ukraine) und 452 subsidiären Schutz. 24 Menschen sind asylberechtigt. Auch wenn sich die Kurve abflacht, ist bei der Flüchtlingsintegrationsberatung der Caritas keine Entspannung in Sicht: Jede der aktuell 4,35 Vollzeitkräfte ist rechnerisch für 1.053 Geflüchtete zuständig. Kreisrat Wolfgang Härtel, der in der Flüchtlingsintegrationsberatung arbeitet, bestätigte die schwierige Lage. Man habe nun Kurztermine eingeführt von jeweils 20 Minuten Länge, damit man so viele Beratungen wie möglich leisten könne.

Von den 2.263 Flüchtlingen, die in insgesamt 126 Unterkünften leben, befänden sich 1.267 im Anerkennungsverfahren, 996 Menschen seien Fehlbeleger. Die gehen teilweise einer Arbeit nach, finden aber keine Wohnung. Daher würden sie in den Unterkünften geduldet, erklärte Greulich, sie müssten dafür allerdings Nutzungsgebühren entrichten – entweder aus der eigenen Tasche oder vom Jobcenter.

In den 126 Asylunterkünften stehen Greulich zufolge 2.753 Plätze zur Verfügung. Dazu kommen 150 Plätze in den Notunterkünften in Miltenberg und Klingenberg, die aber zurzeit nicht belegt sind, sagte sie. Die im vergangenen Jahr flächendeckend eingeführte Bezahlkarte sei allgemein akzeptiert, mittlerweile habe sich die Handhabung verbessert.
Weiterhin gebe es nur ein geringes Angebot an gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten für die Geflüchteten, Fragen und Angebote würden per E-Mail (unterkunft@lra-mil.de) entgegengenommen. Weitere Informationen biete ein von der Staatsregierung aktualisierter Leitfaden (www.innenministerium.bayern.de/mui/asyl/asylsozialpolitik/index.php).

Als erfreulich bezeichnete Greulich den Umzug der Leistungssachbearbeitung im Landratsamt in neue Räume. Dies biete durch einen abgegrenzten Warte-, Empfangs- und Schalterraum deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeiter würden zudem in Bezug auf den Umgang mit Geflüchteten sensibilisiert, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Aufgrund der geringeren Zuweisungen habe man derzeit auch die Möglichkeit, genauer hinzusehen und bei auffälligen Personen schneller zu reagieren. Eine Herausforderung werde aber die Einführung eines neuen Leistungsprogramms bis Juli 2025, glaubt sie und bestätigte, dass man mit der Regierung von Unterfranken eng zusammenarbeitet.

Sowohl der stellvertretende Landrat Bernd Schötterl, der die Sitzung leitete, wie auch mehrere Mitglieder des Kreistags zollten Simone Greulich und dem gesamten Landratsamtsteam ihre Hochachtung vor der guten Arbeit, die hier geleistet wird.

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