Große Wertschätzung für ehrenamtlich tätige Feldgeschworene

20 neue Feldgeschworene
Gleich 20 neue Feldgeschworene konnte stellvertretender Landrat Günther Oettinger beim Jahrtag vereidigen. Foto: Winfried Zang

Zahlreiche Feldgeschworene sind am Sonntag, 23. März, beim Feldgeschworenen-Jahrtag für den Südlandkreis im Gemeinschaftshaus Großheubach für jahrzehntelangen ehrenamtlichen Dienst ausgezeichnet worden. Um den Nachwuchs muss den Siebenern aktuell nicht bange sein: 20 Neue, darunter eine Frau, konnten von Günther Oettinger, einem der weiteren Stellvertreter von Landrat Jens Marco Scherf, vereidigt werden.

Ein langer Festzug zog sich am Morgen nach dem von Pfarrer Christian Stadtmüller in der Kirche zelebrierten Festgottesdienst unter musikalischer Begleitung des Musikvereins „Frisch Auf“ Großheubach ins Gemeinschaftshaus. Hier war jeder Stuhl besetzt, als Kreisobmann Sven Fertig eine Vielzahl von Gästen – darunter die Landtagsabgeordneten Martin Stock, Thomas Zöller und Martina Fehlner, Bezirksrat Michael Schwing sowie viele Bürgermeister und eine Bürgermeisterin - begrüßte. Fertigs Dank galt auch dem Pfarrer für den Gottesdienst sowie der Gemeinde Großheubach für die Bereitschaft zur Ausrichtung des Jahrtags. Fertig freute sich zudem über die Anwesenheit des Leiters des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Aschaffenburg, Wolfgang Reindl, der auch die neue Leiterin der Außenstelle Klingenberg, Karin Engist, mitgebracht hatte. In Sonja Roth war eine Vertreterin der Sparkasse Aschaffenburg-Miltenberg vor Ort, von der Landratsamtsverwaltung Heike Wiedemann.

Fertig ging auf die lange Tradition des Feldgeschworenenwesens ein, das aus den Dorfgerichten hervorgegangen sei. Die Siebener sorgten für die Sichtbarkeit der Grenzen, stellte er fest und verwies auf die besondere Tradition der Grenzgänge in den Gemeinden, die mit der Bevölkerung stattfinden sollten. Die Feldgeschworenen leisteten einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwesen, stellte er fest. Besonders freute er sich über die Vereidigung einer Frau, womit sich der Frauenanteil der Sieber quasi auf zwei verdoppele. Fertig würdigte darüber hinaus die Verdienste des langjährigen Kreisobmanns und Ehren-Kreisobmanns Ruthard Zipf, der 2024 verstorben war.
Auch als ihm eine Krankheit das Amt des Obmanns nicht mehr ermöglicht habe, so habe Zipf dennoch mit Rat und Tat geholfen und Urkunden gestaltet.

Diese Siebener wurden für 25-, 40- und 50-jährigen aktiven Dienst im Ehrenamt ausgezeichnet
Diese Siebener wurden für 25-, 40- und 50-jährigen aktiven Dienst im Ehrenamt ausgezeichnet. Im Bild auch der stellvertretende Landrat Günther Oettinger (hintere Reihe, links) und Kreisobmann Sven Fertig (vorne, zweiter von rechts). Foto: Winfried Zang

Großheubachs Bürgermeister Gernot Winter stellte seine Gemeinde vor, in der es bereits 1000 Jahre vor der Zeitrechnung eine Besiedlung gegeben habe – nachweisbar durch sogenannte Urnen. Er unternahm mit den Gästen einen Streifzug durch die Geschichte der aktuell rund 5.000 Einwohner zählenden und rund 1.900 Hektar Fläche umfassenden Gemeinde, in der es etwa 1.100 Arbeitsplätze gebe. Mit dem Engelberg habe man zudem ein weithin bekanntes Ausflugsziel, die vielen Gastwirtschaften und Häckerwirtschaften zögen ebenfalls viele Menschen an.

Die Teilnahme am Feldgeschworenenjahrtag sei für ihn eine ehrenvolle Aufgabe, bekannte der weitere Stellvertreter des Landrats, Günther Oettinger, und lobte den Einsatz der Siebener für die Allgemeinheit. Besonders freue ihn der große Erfolg der Infoveranstaltung des Vermessungsamts im Oktober 2024 im großen Sitzungssaal des Landratsamts, als Andreas Zimmermann, Eduard Schmitt und Sina Kempf die Erneuerungen und Anwendungen des Bayern-Atlas sowie die Digitalisierung der Terminankündigungen vorgestellt hätten. Dass der Sitzungssaal damals komplett gefüllt war, zeige, dass die Feldgeschworenen ihr Ehrenamt mit hohem Engagement ausführen und dass sie auch an Weiterentwicklungen interessiert seien.

Für den Amtsleiter des Vermessungsamts Aschaffenburg, Wolfgang Reindl, weckte der Besuch in Großheubach alte, schöne Erinnerungen, denn vor über 25 Jahren war er für die Katastererneuerung in der Gemeinde zuständig. Aktuell sei im Vermessungsamt ein gewaltiger Generationenwechsel zu verzeichnen, informierte er. Als Nachfolgerin von Andreas Zimmermann, der Anfang März in den Ruhestand gegangen sei, stellte er Karin Engist als neue Außenstellenleiterin in Klingenberg vor. „Wir werden jünger und weiblicher“, sagte Reindl, der Anteil der Frauen im Vermessungsamt wachse stetig. Zum Thema Digitalisierung vermeldete er, dass es ständig vorangehe, dass man auf der anderen Seite aber sehr von einer funktionierenden Internetverbindung abhängig sei. Auch bei den Feldgeschworenen vor Ort halte die Digitalisierung Einzug, verwies er auf moderne GPS-Geräte. Der Einsatz der künstlichen Intelligenz zeige, dass diese manche Aufgaben sehr gut meistern könne. Die Arbeit der Siebener vor Ort mit ihren Ortskenntnissen bleibe dennoch unersetzlich, versicherte er. Der Dienst der Feldgeschworenen sei bewundernswert und „ein echter Dienst an der Gemeinschaft, sagte er und dankte für die Zusammenarbeit.

In ihrem Grußwort dankte die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner für die verdienstvolle Arbeit der Siebener, hob die große Bedeutung der Begriffe „Grenze“ und „Frieden“ hervor und bescheinigte den Feldgeschworenen die Verbindung von Tradition und moderner Technik. Ihr Landtagskollege Martin Stock bemerkte, dass es auch bei derzeitigen Sondierungen in Berlin um Überwindung von Grenzen, nämlich der Parteigrenzen, gehe. Die Arbeit der Feldgeschworenen könne hierfür ein Vorbild sein. Für Thomas Zöller, ebenfalls Mitglied des Landtags, zeigten die Feldgeschworenen, wie das Ehrenamt gelebt werden soll. Als Bürgermeister sei er immer froh gewesen, die Siebener an seiner Seite gehabt zu haben. Bezirksrat Michael Schwing zitierte den Satz, wonach Ehrenamtler auch nicht mehr Zeit hätten als andere, dafür aber mehr Herz. Er sei froh, dass so viele junge Feldgeschworene nachrücken, sagte er.

Die neuen Ehrenfeldgeschworenen mit stellvertretendem Landrat Günther Oettinger
Die neuen Ehrenfeldgeschworenen mit stellvertretendem Landrat Günther Oettinger (hintere Reihe, links) und Kreisobmann Sven Fertig (hintere Reihe, rechts). Foto: Winfried Zang

Geehrt wurden diese Feldgeschworenen:

Für 50 Jahre: Theobald Zöller (Dorfprozelten)

Für 40 Jahre: Paul Schmedding (Eichenbühl), Karl-Heinz Meidel und Hermann Berberich (beide Eichenbühl-Guggenberg) und Bruno Lebold (Eichenbühl-Windischbuchen) Für 25 Jahre: Berthold Herberich (Faulbach), Alfons Löber (Faulbach-Breitenbrunn), Hugo Stapf (Großheubach), Manfred Schwab (Kirchzell), Andreas Meixner (Kirchzell-Watterbach) und Dieter Stahl (Laudenbach).

Zu Ehrenfeldgeschworenen ernannt wurden:
Karl Josef Müller (Amorbach), Helmut Hofmann (Kirchzell-Buch), Gebhard Kühner (Kirchzell-Preunschen), Heinrich Meixner (Kirchzell-Watterbach), Gerhard Eck (Miltenberg-Mainbullau) und Willy Seyfried (Rüdenau).

Als neue Feldgeschworene vereidigt wurden:
Matthias Meisenzahl (Amorbach), Karlheinz Möslein (Eichenbühl-Riedern), Lukas Amrhein, Matthias Hörnig und Matthias Steinhäuser (alle Faulbach), Andreas Platz und Karl Heinz Zwiesler (beide Faulbach-Breitenbrunn), Johannes Schmitt und Karl-Heinz Link (beide Großheubach), Thomas Schäfer (Kirchzell), Burkard Röchner und Andre Haas (beide Kirchzell-Watterbach), Paul Grän und Manuel Walther (beide Miltenberg-Wenschdorf), Andreas Haas (Neunkirchen), Jochen Gehrig, Christoph Neuberger und Manuela Zeitler (alle Neunkirchen-Umpfenbach), Uwe Rose (Stadtprozelten) sowie Marcus Schellenberger (Weilbach-Weckbach).

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